BlogVon Mai 2016 bis Juni 2019

Die Food Trends 2017

Wir haben uns für euch quer durch die kulinarische Welt der Foodblogs, Gourmet-Kritiker und Foodie-Instagram-Accounts gelesen, um euch einen kulinarischen Ausblick auf das Jahr 2017 geben zu können. Eines vorweg: Dinge, die schon lange existieren, werden wieder entdeckt und neue spannende Entwicklungen sind am Weg. Was vermutlich 2017 so auf den Tellern landet – hier könnt ihr unsere (rein subjektive) Einschätzung nachlesen.

Rinder Broth – das Comeback der Rindssuppe

Coffee to go ist out. Soup is the new juice. Rinder- oder Knochenbrühe ist total in und wird als neues Superfood gefeiert. Naja, bislang eher erst in amerikanischen Großstädten, aber der stärkenden Suppe wird für 2017 ein wahres Revival vorausgesagt. In Berlin hat vor einiger Zeit das Bonafide Broth als erste Pop-Up Knochenbrühe-Küche eröffnet, wo es die Brühe gibt, die früher oft nur Omas gekocht haben. Oftmals wird die Knochenbrühe auch noch mit Butter verfeinert, gemixt und kommt so anschließend in den To-go-Pappbecher. Der Brühe werden hohe Nährwerte und eine heilsame Wirkung nachgesagt.

Freakshakes – die frechen Milkshakes

Unter dem Begriff Freakshakes versteht man monströse, dekadente Milchshake-Gebilde die derzeit vor allem auf Instagram durch ihre phantasievollen und farbenfrohen Toppings die User begeistern. Bislang war Instagram eher für Healthy oder Clean Eating bekannt, dieser Trend schlägt nun in die Gegenrichtung. Solche Freakshakes können gut und gerne 1500 Kalorien haben und trotzen dem Gesundheits-Trend. Smarties, Cookies, Donuts, reichlich Schlagsahne oder Schokosplitter…beim Dekorieren von Freakshakes gibt es keine Grenzen. Diese Milchshakes sind allerdings so üppig und wahre Kalorienbomben, dass sie wohl von den wenigsten aufgegessen werden können.

Freakshakes sind der letzte Schrei auf Instagram.

Bei Freakshakes kennt die Deko keine Grenzen. Foto: Screenshot Instagram

https://www.instagram.com/explore/tags/freakshakes/

Regional ist das neue Bio

Regional essen liegt im Trend, obwohl der Begriff Regional bisher nicht klar definiert ist. Das macht die Bewegung unübersichtlich. Nach den Kaufvorlieben gefragt, setzen die meisten Konsumenten auf Regionalität, am liebsten jedoch in Bioqualität und nachhaltig sollen die Lebensmittel auch noch sein. Einher geht dieser Trend mit dem Wunsch nach einem authentischen, heimischen Produkt, dessen Herkunft nachverfolgbar ist und einen Bezug zur Heimat herstellt. Hierzu gibt es auch einen spannenden Biorama-Artikel, der sich mit der Frage beschäftigt, warum Regional nicht das neue Bio ist.

Regionalität hat aber auch ihre Grenzen: Sei es durch die Logistik, den Eigenschaften mancher Lebensmittel wie z.B. Kaffee, der nur in tropischen Anbaugebieten wächst oder auch durch Saisonalität. Auch beim BiolebensmittelCamp 2017 wurde bereits ein Themenvorschlag eingereicht, der sich genau mit dieser Fragestellung beschäftigt. Wir werden also über die Vor- und Nachteile von Bioqualität- und/oder Regionalität von Lebensmittel diskutieren.

No Meat & Veggie-Trend

Der Veggie-Trend hält an. Egal ob Veggie-Butcher (Fleischer), dem Faux-Meat-Movement (Fake Fleisch), dem Trend zu vegetarischen Hauptgerichten in Restaurants oder der Wiederentdeckung von regionalem, heimischen Gemüse – die Bedeutung von fleischloser Ernährung legt vor allem in Europa weiter zu. Experten gehen davon aus, dass die Weiterentwicklung von fleischlosen Ersatzprodukten 2017 einen neuen Höhepunkt erreichen wird. Themen wie proteinreiche Ernährung durch Insekten oder gar In-Vitro-Fleischproduktion klingen wie Zukunftsmusik, sind aber heute schon möglich und in den Küchen wird daran gebastelt. Auch hierzu werden wir bei unserem BioCamp diskutieren.

Foto: Vogl

Der Veggie-Trend hält an. Foto: Vogl

Zustell-Revolution durch Drohnen

Was sich für Viele noch wie Science Fiction anhört, wird in den USA oder Neuseeland bereits umgesetzt bzw. getestet. In Virginia, USA, können sich Kunden ihre Burritos via Drohne liefern lassen und in Neuseeland kommt die heiße Pizza wie im Flug. Der Testflug war von der Luftfahrtbehörde genehmigt und via GPS überwacht worden. Ob Drohnen tatsächlich das Take-Away-Geschäft revolutionieren werden, erfahren wir wohl 2017.

Insta-Ready Food

Form und Aussehen unserer Lebensmittel und Gerichte werden immer wichtiger. So hat z.B. die BBC Good Food Umfrage 2016 herausgefunden, dass 40% aller Millennials (21-34 Jahre) schon einmal ihr Essen fotografiert und in einem Social Network gepostet haben. Auch Restaurants sollten 2017 auf diesen Trend reagieren, egal ob durch Food Pairing, inszenierten Gerichten wie dem Bowl-Trend, gutem Licht, eigenen Hashtags oder Instagram-Accounts. Eine Wiederentdeckung 2017 ist sicherlich auch der Frühstückstrend. Dabei geht es nicht um das klassische Frühstücksangebot wie Croissants, Eierspeise oder Marmeladenbrot, sondern das Frühstück erfindet sich mit Gerichten wie Chimichurri, Burritos oder frittiertem Huhn neu.

Kombucha

Die Kombucha-Szene in den USA ist riesig und der fermentierte Tee dort ein echtes Kultgetränk. In unseren Breiten fristet Kombucha bislang eher ein Nischendasein, mal abgesehen von dem von Red Bull vertriebenen Kombucha-Getränk. Doch für 2017 stehen die Prognosen gut, dass fermentierte Getränke auch im deutschsprachigen Raum die Gastro-Szene erobern. Ein interessantes Projekt dabei ist Fairment, ein junges Berliner-Start-Up das raw Bio-Kombucha vertreibt und zudem zeigt, wie man selbst den Wundertee herstellt.

Syrische Küche

Dass politische Ereignisse wie Brexit oder die Flüchtlingskrise bzw. der Krieg in Syrien auch unsere Essgewohnheiten verändern, wird 2017 noch deutlicher werden. Experten gehen davon aus, dass aufgrund von Brexit und höheren Einfuhrzöllen britische Küche bzw. britische Lebensmittel einen Aufschwung erleben. Im selben Atemzug werden wir orientalische Einflüsse in unserer Ernährung widerfinden, die aufzeigen werden, dass die arabische Küche aus mehr als Hummus und Falafel besteht. Bis dato gibt es einige spannende kulinarische Projekte die Okzident und Orient miteinander verbinden, sei es das Lokal-Projekt „Habibi und Habara“ in Wien, die Expansion der Molcho-Familie mit ihrer Neni-Küche, die sich vor allem durch ihre orientalischen Einflüsse  auszeichnet oder aber die medienwirksame #cookforsyria-Kampagne. Zweck dieser Unicef-Kampagne ist/war, Aufmerksamkeit auf die Kinder dieses Krieges durch kulinarische Aktionen, ganz nach dem Motto „Beim Essen kommen die Menschen zusammen“, zu legen. Start der Aktion war in London, wo einen Monat lang authentische syrische Küche/Gerichte/Rezepte bei Kochdinners, privaten Supper Clubs, Bake Events oder in Restaurants gekocht wurde um Geld für syrische Kinder zu sammeln. Auch ein Kochbuch mit syrischen Rezepten ist daraus entstanden.

Auch interessant:

Die österreichische Foodbloggerin Lisa Vockenhuber schreibt über Food Trends, die es 2017 nach Österreich schaffen könnten.

Was denkt ihr? Welche Food-Trends setzen sich 2017 durch, wir sind gespannt auf eure Meinung!