BlogVon Mai 2016 bis Juni 2019

1. BiolebensmittelCamp – vielfältig, kritisch und verbindend!

Mit einer großen Portion Erleichterung und viel Motivation für den Alltag und unsere Arbeit sind wir am Sonntagabend vom 1. BiolebensmittelCamp heim nach Salzburg gefahren. Die Premiere unserer Veranstaltung ist gelungen und wir sind einfach nur froh & glücklich, dass alles gut geklappt hat. Was die letzten drei Tage so passiert ist, wollen wir hier am Blog Revue passieren lassen.

BiolebensmittelCamp 2017, Gruppenfoto, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Gruppenfoto, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Diskussionen auf Augenhöhe

90 Teilnehmer haben sich vergangenes Wochenende im Bio Hotel Sturm in Mellrichstadt/Unterfranken getroffen, um über aktuelle Themen aus der Biobranche im Fachkreis zu diskutieren. Das Besondere an der Veranstaltung: Man ist per „Du“. Das mag anfangs für den ein oder anderen ein wenig ungewohnt gewesen sein, schafft aber Nähe und so begegneten sich die Teilnehmer auf Augenhöhe, egal ob als Geschäftsführer eines großen Unternehmens oder als kleiner Ein-Mann/Frau-Betrieb. Im Zentrum stand das persönliche Interesse an der Arbeit des Anderen und die Wertschätzung des Gegenübers, die ein konstruktives Miteinander beim Camp ermöglichten. Und dieser Spirit hat die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

BiolebensmittelCamp 2017, Verkostung von neuen Köstlichkeiten, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Verkostung von neuen Köstlichkeiten, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Die Rhön – voll von authentischen Unikaten!

Freitagnachmittag hat ein Teil der Gruppe bei der Pre-Convention-Tour zwei spannende Betriebe aus der Rhön kennengelernt. Zuerst weihte uns Rüdiger Omert von der Bionade mit großer Begeisterung in die Geheimnisse der fermentierten Limonade ein und erzählte so manche Anekdote aus der bewegenden Geschichte des Unternehmens.

BiolebensmittelCamp 2017, Besichtigung BIONADE, Foto: BiolebensmittelCamp / Lilli Vogl

BiolebensmittelCamp 2017, Besichtigung BIONADE, Foto: BiolebensmittelCamp / Lilli Vogl

Danach strapazierte Braumeisterin Angela von Rother Bräu unsere Lachmuskeln. Mit viel Esprit und ihrem sympathischen herben Charme wurden wir in die Welt des Bierbrauens eingeweiht & durften die verschiedensten Biere aus dem Öko-Sortiment der Brauerei probieren. Rother Bräu braut immerhin schon seit 1989 Öko-Biere.

Bierbrauerin Angela erklärt den Teilnehmern die hohe Kunst des Bierbrauens. Foto: Vogl

Brauerin Angela von Rother Bräu führte uns mit viel Charme durch die heiligen Hallen der Bierproduktion. Foto: Vogl

Eröffnungskeynote von Christian Hiß

Bis zum Abend waren dann alle Teilnehmer eingetroffen und Wolfgang Falkner eröffnete das 1. BiolebensmittelCamp. Christian Hiß, von der Regionalwert AG, stellte anschließend seine Ideen eines fairen Wirtschaftens, anhand der Ideen der Regionalwert AG, in seinem Keynote-Vortrag vor.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns dabei das Beispiel der Kohlrabi: Auch wenn man als Konsument glaubt ein regionales Produkt zu kaufen, ist dies oft nicht der Fall. Wie global ein vermeintlich regionales Produkt ist, zeigte Hiß am Beispiel einer Kohlrabi. Der Konsument kauft im guten Glauben ein nachhaltiges, regionales Produkt zu erwerben, weiß aber nicht, dass die Pflänzchen in Holland gezogen werden, das Saatgut aus China und der Dünger von Monsanto stammen. Nur weil der Kohlrabi wenige Wochen am Verkaufsort sein Wachstum vollendet hat, wird er als regionales Produkt dort verkauft.

Biounternehmen brauchen eine eigene Bilanz!

Christian Hiß plädierte dafür, den Ursprung, aber auch den Wert eines Lebensmittel genauer zu hinterfragen. Apropos Wert: Hiß kritisierte zudem auch die verfälschte Bilanz von Ökobetrieben:

Wir haben den Genotyp der Industrialisierung in die Landwirtschaft übernommen.

Hiß hält dies für keine gute Idee. Er ist davon überzeugt, dass wir nicht die selben Kennzahlen verwenden sollen/dürfen, die wir von der Industrie kennen. Ökobetriebe arbeiten unter anderen Voraussetzungen und das muss auch in der Erfolgsmessung eines Biounternehmens berücksichtigt werden. 

BiolebensmittelCamp Veranstalter Wolfgang Falkner und Keynote-Speater Christian Hiß, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp Veranstalter Wolfgang Falkner und Keynote-Speater Christian Hiß, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Vorstellungsrunde mit 3 Tags

Anschließend gab es noch eine schnelle Vorstellrunde unter den Teilnehmern, damit man sich ein Bild über die anderen „Mitdiskutierer“ machen konnte. Jeder Teilnehmer des BiolebensmittelCamps stellte sich mit 3 Tags, also drei Schlagwörter, die einen selbst beschreiben, vor. Danach knurrte vielen schon der Magen und das wunderbare Bio-Buffet im Hotel Sturm, das an diesem Abend unter dem Motto „Alles was grün ist“ stand, wurde gestürmt. Bereits am ersten Abend zeigte sich die Diskussionsfreudigkeit der Teilnehmer. Bis weit nach Mitternacht wurde noch in der Lounge gefachsimpelt, haben wir uns sagen lassen 😉

BiolebensmittelCamp 2017, Eröffnungs-Keynote Christian Hiß, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Eröffnungs-Keynote Christian Hiß, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Themenwand, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Themenwand, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Aufbruchstimmung in der Branche

Am nächsten Morgen ging es mit viel Elan in die ersten Sessions. Die Vielzahl an eingereichten Themen war beeindruckend. Schön, dass unser Motto „Erntezeit für frische Ideen“ auf allen Ebenen spürbar war: Vom Mix an unterschiedlichen Teilnehmern, einer jungen starken Generation die zeigt, wie verantwortungsvoll die 2. Generation an Biounternehmern arbeitet, über die freundschaftlichen, fast schon familiären Gespräche, bis hin zu den vielfältigen Sessions. Insgesamt wurden 18 Themen behandelt.

Themenvielfalt beim BarCamp

Diskutiert wurde zu den verschiedensten Themen wie Regionalität vs. Nachhaltigkeit, fehlenden Bildungsangeboten, neuen Kommunikationsmöglichkeiten durch Onlinekommunikation oder Social Media, Bio in Zeiten des Veggie-Booms, Fachhandelstreue, die Dringlichkeit von Politik als wichtigen Rahmen um der Biolebensmittelindustrie zu einem bedeutsameren Standing zu verhelfen z.B. durch die Forderung nach Green Public Procurement oder aber auch Beispiele für erfolgreiches wirtschaftliches und nachhaltiges Handeln, dem Wert und der Notwendigkeit von Gütesiegeln, uvm.

BiolebensmittelCamp 2017, Sessionplan, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Sessionplan, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Session, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Session, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Zusammenfassung aller Thesen

Vielen Dank an dieser Stelle für den Mut und das Engagement. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Hier findet ihr die Zusammenfassung aller Thesen.

Abends traf man sich wieder zum geselligen Beisammensein. Danke auch an den Blogger Matthias Neske von chezmatze, der die Teilnehmer in die Welt der „Vin Naturel“ einführte und zur Verkostung einlud.

Bio reicht als Markenversprechen nicht!

Am Samstagabend referierte dann Hassaan Hakim, Geschäftsführer von YOOL, einer Agentur für Nachhaltigkeit zum Thema „Bio Marke Entwicklung“.

  • Marken schalten den Verstand aus.
  • Marken müssen Vertrauen schaffen.
  • Marken tragen daher eine große Verantwortung.

Hassaan ist der Auffassung, dass der Begriff „BIO“ nicht das Markenversprechen sein kann. Viel wichtiger ist die individuelle Inspiration, die Marken ihren Kunden zu bieten haben. Dazu eignen sich Geschichten – z.B. durch Storytelling – diese müssen aber glaubwürdig und authentisch, daher auch wahr sein! Der Vorteil:

Die Bio-Branche bietet dafür viel Stoff und hat, allein aufgrund ihrer Geschichte, viele Stories zu erzählen.

In diesen Geschichten müssen aber auch die Akteure, die Menschen vorkommen. Nur so kann die Wahrnehmung und das Verhalten geändert werden.

BiolebensmittelCamp 2017, Keynote-Vortrag mit Hassaan Hakim, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

BiolebensmittelCamp 2017, Keynote-Vortrag mit Hassaan Hakim, Foto: BiolebensmittelCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Planung für das 2. BiolebensmittelCamp hat begonnen

Großen Dank gebührt allen, die uns unterstützt haben – unseren Partnern, die das ganze finanziell möglich machten, den Themeneinreichern, die den wertvollen Fachinput lieferten, allen Teilnehmern für die engagierten Diskussionen und natürlich auch dem Team! Danke auch an dieser Stelle an die Familie Breisinger von All Organic Treasures, die den Impuls für dieses Camp geliefert hat.

Wir sind auch schon am Planen des 2. BiolebensmittelCamps. Den Ort können wir schon mal verraten: 2018 geht es nach Brandenburg ins Landgut Stober, eine halbe Stunde von Berlin entfernt. Wir freuen uns, wenn ihr wieder mit dabei seid!

Das Landgut Stober ist das Veranstaltungshotel des 2. BiolebensmittelCamp in Brandenburg. Foto: Landgut Stober / Michael Stober

Das Landgut Stober ist das Veranstaltungshotel des 2. BiolebensmittelCamp in Brandenburg. Foto: Landgut Stober / Michael Stober

Video zum 1. BiolebensmittelCamp