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Würz dich um die Welt! Ein Interview mit Claudia Bschor von Sonnentor

„Alles muss im Gleichgewicht sein, damit die Freude wachsen kann“, das ist ein Grundsatz aus der Unternehmensphilosophie von Sonnentor. Wir haben uns heute mit Claudia Bschor, Außendienstmitarbeiterin bei Sonnentor, über Nachhaltigkeit, gute Visionen sowie gelebte Unternehmenskultur unterhalten.

Claudia bei ihrer Arbeit im Sonnentor-Mobil. Foto: Claudia Bschor

Claudia bei ihrer Arbeit im Sonnentor-Mobil. Foto: Claudia Bschor

Liebe Claudia, es ist zwar schon ein Weilchen her, aber was konntest du vom 1. BiolebensmittelCamp mitnehmen? Wie hat es dir gefallen?

Super, perfekt organisiert und gemeinsam mit allen Teilnehmern hat es sich wie eine große Familie angefühlt. Die zahlreichen Diskussionen in den Sessions ermöglichten mir, auch mal etwas aus anderer Sicht zu betrachten und neu abzuwägen. Letztendlich mit dem Ergebnis, dass ich persönlich und auch Sonnentor genau richtig sind, da wo wir sind und was wir wie machen.

Eine der Thesen zu deiner Session „Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit – wie kann das funktionieren?“ beim BiolebensmittelCamp lautete „Gute Vision“. Was macht für dich eine gute Vision aus?

Das kann man nicht vereinheitlichen, je nachdem, was das Ziel ist. Für mich ist eine Vision dann gut, wenn alle Ziele nachhaltig realisierbar sind und bleiben. Wertschätzung und Respekt hat noch keinem geschadet. Bei Sonnentor halten wir uns daran, im Umgang mit unserer Umwelt und unseren Mitarbeitern, Bauern, Lieferanten, Kunden, schlicht: unseren Mitmenschen. Das beginnt beim ökologischen Anbau und endet bei der Gemeinwohl-Ökonomie. Falls es überhaupt irgendwo endet.

"Wir wissen, wo unser Pfeffer wächst." Das BioFach-Messe-Team mit Gründer Johannes Gutmann. Foto: SONNENTOR-Fotopoint

„Wir wissen, wo unser Pfeffer wächst.“ Das BioFach-Messe-Team mit Gründer Johannes Gutmann. Foto: SONNENTOR-Fotopoint

Als Außendienstmitarbeiterin kommst du viel herum. Gibt es hier vielleicht die eine oder andere nette Geschichte, die du durch Sonnentor erleben durftest?

Die gibt es täglich und kann ich hier gar nicht aufzählen. Besonders freut mich die Rennrad-Fahrerin, der ich seit Jahren immer wieder kurz vor zu Hause begegne und bis heute nicht persönlich kenne. Von weitem erkennt sie mein Sonnentor-Auto und macht jedes Mal alle Daumen hoch. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich bei einem meiner allerersten Kundenbesuche meinen Lebenspartner kennen gelernt habe?

Was uns natürlich brennend interessiert: Wie ist Johannes Gutmann so als Chef?

Kein Chef wie viele, aber der beste! Respektvoll und Wertschätzend im Umgang mit allen Mitarbeitern. Offen für Neues, aber treu dem, was Sonnentor von Anfang an ausmacht. Sich selbst nicht in den Vordergrund stellend, immer ein freudiges „Hallo“ beim Wiedersehen und ein „Danke“ für das, was wir täglich tun. Genauso, wie man ihn aus der Öffentlichkeit kennt. Wer ihm schon mal zufällig bei einem Besuch in Sprögnitz begegnet ist, kann das bestätigen.

„Da wächst die Freude“ – der Slogan von Sonnentor. In welchem Zusammenhang steht dies mit dem Unternehmen und den Produkten?

Die Betonung liegt auf „Da“ – Sonnentor ist zwar im Waldviertel daheim, aber auch überregional unterwegs. Und natürlich wächst nicht alles in unserer Heimat. Wir haben Partner und Freunde in der ganzen Welt. In Rumänien, Albanien, Nicaragua, Tansania, China, Neuseeland, Spanien und im Kosovo arbeiten Bauern mit ihren Familien im regelmäßigen persönlichen Austausch mit uns. Wir kennen einander und schätzen die gegenseitige Verlässlichkeit. Das bedeutet für uns gelebte Regionalität und „fair gehandelt“.

Sonnentor wächst – und mit uns die Freude.

Jeder Erfolg ist ein gemeinsamer. Und Erfolge gibt’s zuhauf. Wir wachsen ständig über uns und die Grenzen hinaus. Wer hätte sich das im Jahre 1988 gedacht, dass aus der belächelten Ein-Mann-Firma ein Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern werden würde? Schon lange haben wir nicht nur Bio-Kräuter und -Gewürze, sondern auch andere Köstlichkeiten im Angebot: Tee, Kaffee, Kakao und feine Naschereien – momentan um die 900 Produkte.

"Da wächst die Freude" - wie man beim SONNENTOR-Team sieht. Foto: SONNENTOR

„Da wächst die Freude“ – wie man beim Sonnentor-Team sieht. Foto: Sonnentor

Was wünschst du dir von der Bio-Branche?

Dass sie sich nicht von der Profitgier der konventionellen Lebensmittel-Branche anstecken lässt. Der Erfolg der Bio-Branche in der Vergangenheit hat gezeigt, dass es funktionieren kann, wenn man nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf seine Kunden schaut. Der Gedanke an die Nachhaltigkeit muss Markenkern bleiben. Noch mehr Produkte noch billiger zu verkaufen, das führt zu keinem nachhaltigen Erfolg, weder für Mensch noch für Umwelt und Mutter Erde.

Vielen lieben Dank, Claudia, für deine „würzig-frischen“ Antworten.