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Landmaschinen-Sharing: ein Thema für die Landwirtschaft?

Digitalisierung bietet viele Chancen – auch für die Landwirtschaft. Da vor allem Kleinbauern sich oft keine großen Landmaschinen leisten können, wäre es doch praktisch, man könnte diese einfach teilen, wie beim „Carsharing“. Wir von MASCHIN haben uns mit dieser Herausforderung beschäftigt und als Start-up eine Plattform gegründet.

"Carsharing" auch für Landmaschinen? Mit der Plattform MASCHIN ist das nun möglich. Foto: Fotolia/Budimir Jevtic

„Carsharing“ auch für Landmaschinen? Mit der Plattform MASCHIN ist das nun möglich. Foto: Fotolia/Budimir Jevtic

Digitalisierung bietet neue Chancen – auch für die Landwirtschaft

Die Digitalisierung greift um sich! Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Viele Branchen haben durch die richtige Strategie und Anpassung an neue Technologien ihre Position gefestigt oder meist auch sehr verbessert. Man braucht also vor Veränderung keine Angst zu haben.

Wenn man einen Blick auf die Landwirtschaft wirft, hat man aber immer noch das Gefühl, dass da ordentlich Handlungsbedarf besteht. Meist fehlt einfach das generelle Verständnis dafür, dass es neue Möglichkeiten gibt, schneller und sicherer mit anderen zusammenzuarbeiten als jemals zuvor. Das bietet immense Chancen für die Organisation von Gemeinschaften, die Dokumentation von Partnerschaften, Anbietung von Lohnarbeiten etc.

Insbesondere für den Bereich der kapitalintensiven Maschinen, deren Anschaffung sich sonst nur für Großbauern rentiert, bieten sich Vorteile. Natürlich gibt es bereits Lösungen wie etwa Lohnunternehmen oder Vermietungen. Doch wie sieht es mit der einfachen privaten Vermietung über das Web aus? Auch in der Autovermietung konnte sich bis vor ein paar Jahren niemand vorstellen, von jemand anderem privat ein Auto zu mieten. Das Hauptargument war: Wer haftet, wenn etwas passiert? Bisher gab es für solche Fälle keine speziellen Versicherungen. Langsam scheint sich aber auch diese Branche zu bewegen und Versicherer beginnen nach und nach das immense Potenzial, das in Kurzzeit-Versicherungen steckt, zu verstehen.

„Carsharing“ auch für Landmaschinen

Was wäre, wenn man ohne viel Umstände und Bedenken seine rumstehenden Maschinen, wie bei Carsharing-Diensten, auch an Bauern in der Umgebung vermieten könnte? Das würde die Stand- und Fixkosten drastisch reduzieren.

Genau das ist die Idee hinter dem Start-up MASCHIN. Wir wollen das Peer-2-Peer-Sharing, wie es schon in vielen Bereichen tadellos funktioniert, auch in der Landwirtschaft erfolgreich umsetzen. Nun hatten wir auch schon einige interessante Gespräche mit unterschiedlichen Landwirten. Der Großteil davon, hauptsächlich Kleinbauern, hatten für diese Idee ein offenes Ohr und würden diesen Service in Anspruch nehmen.

Und so soll es funktionieren

Mieten und Vermieten von Werkzeug und Maschinene - flexible Mieten auf Stundenbasis. Foto: Maschin/Christian Gindele

Mieten und Vermieten von Werkzeug und Maschinen – flexible Mieten auf Stundenbasis. Foto: Maschin / Christian Gindele

Auf jedem Hof findet man einige Maschinen, die den Großteil ihrer Zeit damit verbringen, in der Scheune zu stehen und zu verstauben. Wieder andere Höfe würden genau diese Maschinen benötigen, möchten aber nicht gigantische Summen für eine Maschine ausgeben, die dann nur rumsteht. Hier bildet MASCHIN die Schnittstelle zwischen Problem und Lösung.

Auf der Plattform kann man schnell und einfach die eigenen Landmaschinen online präsentieren. Man kann auch spezifizieren, ob man Anlieferung und Abholung mit anbietet oder ob man direkt selbst die Arbeit vor Ort für den Mieter erledigt. Die Mietungen werden nach Abschluss bewertet und Mieter und Vermieter können so mit der Zeit ihre Reputation aufbauen. Das schafft Vertrauen und neue User sind motiviert sich ihre Sporen zu verdienen.

Mit diesem Konzept lassen sich viele Angebote auf einem Punkt zentralisieren und den Landwirten werden umständliche Telefonate und Verhandlungen mit Lohnunternehmen und Vermietungen erspart.

Probleme sehen wir noch bei den Versicherern, da es sich um ein sehr breitgefächertes Thema mit vielen Eventualitäten handelt, die berücksichtigt werden müssen. Zurzeit sind wir mit mehreren Versicherern am Verhandeln, aber sehr zuversichtlich, diesen zusätzlichen Service so schnell wie möglich mit anbieten zu können.

Der Markt wäre groß und reif

Der Markt wäre für diesen Service auf jeden Fall groß. Wirft man einen Blick auf die Statistik, ist die Zeit für gute Ideen auch reif, um die Landwirtschaft generell und besonders im kleineren Bereich wieder lebenswerter und produktiver zu machen. Europaweit sieht man einen Rückgang der Bauern insgesamt. Viele Nebenerwerbsbauern, die die Landwirtschaft sozusagen als Hobby betreiben, hängen aufgrund der immer höheren Fixkosten ihren Traum an den Nagel. Und auch Jungbauern sehen immer weniger Sinn, auch aus Kostengründen, den heimischen Hof zu übernehmen, und wandern in die Städte ab.

Mit den richtigen Ideen und engagiertem Einsatz ist diesem Trend sicher entgegenzuwirken. Wenn euch interessiert, was die Jungs bei MASCHIN noch so alles vorhaben, schaut einfach auf unserer Seite vorbei.