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Politische Überzeugungsarbeit ist genau unser Ding! UnternehmensGrün feiert 25-Jahr-Jubiläum

Politische Lobbyarbeit – pfui bäh? Lobbyarbeit für das Gute? UnternehmensGrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft, wurde vor 25 Jahren gegründet, damit eine andere Stimme aus der Wirtschaft zu hören ist und der Begriff Nachhaltigkeit in der Gesellschaft eine politische Vertretung bekommt.

Nachhaltigen Werten eine politische Stimme geben und gemeinsam verändern. Foto: UnternehmensGrün/Sven Löffler

Nachhaltigen Werten eine politische Stimme geben und gemeinsam verändern. Foto: UnternehmensGrün/Sven Löffler

Unser Programm: die ökologisch-soziale Wende

Seit der Gründung 1992 setzt sich UnternehmensGrün für verantwortungsvolles Wirtschaften ein. Ziel ist es, entsprechende politische Rahmenbedingungen zu etablieren. Egal, ob es sich hierbei um wahre Preise, nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft, erneuerbare Energien oder Ausbildung für Green Jobs dreht: Die ökologisch-soziale Wende ist Programm. Mehr als 230 Mitgliedsunternehmen zeigen in ihren Betrieben tagtäglich, dass Ökologie, Ökonomie und Soziales Hand in Hand gehen können. Praxisrelevante Forderungen aus der unternehmerischen Wirklichkeit sind das, was den Verband ausmacht. Diese Funktion ist im politischen System von heute immer noch genauso wichtig wie im Gründungsjahr.

Viele grüne Pionierunternehmen, die mit ihren Ideen zu einer Zeit auf Nachhaltigkeit gesetzt haben,  als das Thema noch nicht omnipräsent war, engagieren sich hier. Damals war es noch ein knochenharter Job und kostete viel Energie und Überzeugungskraft. Im Verband treffen Sie auf junge Macherinnen und Macher, bei denen ökologische und soziale Nachhaltigkeit schon seit Gründung Teil der DNA ist.

Natürlich ist politische Lobbyarbeit mühsam. In seiner 25-jährigen Geschichte hat UnternehmensGrün aktiv an richtungsweisenden Regelungen, wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der ökologischen Steuerreform, Erleichterungen für Selbstständige oder der Agro-Gentechniknovelle, mitgearbeitet. UnternehmensGrün nimmt regelmäßig zu den Vorhaben der Regierung Stellung. Darüber hinaus sorgt der Verband mit seinen Positionen, Studien und Befragungen für eine ökologisch-soziale Folgenabschätzung von politischen Entscheidungen und Themenstellungen wie der Agrarreform, dem Greening der Arbeitswelt (berufliche Bildung) oder den sektorenspezifischen Auswirkungen von Freihandelsabkommen auf kleine und mittlere Unternehmen.

Die Fortsetzung der Energiewende im Mobilitäts- und Wärmebereich, eine gerechte Globalisierung wie die Agrarwende oder die Preispolitik zählen heute zu relevanten Schwerpunkten in der Arbeit von UnternehmensGrün.

Gemeinsam mehr verändern, Mitgliederversammlung UnternehmensGrün. Credit: Lars Hübner

Gemeinsam mehr verändern, Mitgliederversammlung UnternehmensGrün. Credit: Lars Hübner

Rolle der Politik bei der Transformation

Immer wieder diskutiere ich über den Mind-Behaviour-Gap. Er beschreibt die Lücke zwischen Wissen und Handeln oder zwischen Wollen und Handeln.

Und ja, es ist wichtig, dass wir selbst als Konsumenten und Konsumentinnen etwas tun, um unseren Lebensstil nachhaltiger zu gestalten. Auch die Tatsache, dass Pionierunternehmen vorangehen, ist großartig. Aber beides passiert in einem unfairen Marktumfeld. Denn wenn wir wahre Preise hätten, müsste die Pestizid-Banane teurer sein als die Bio-Banane (vergleiche: Wir müssen endlich zu den wahren Preisen der Lebensmittelerzeugung stehen!) . Sofort hätten wir andere Kaufentscheidungen am Regal.

Genau dafür brauchen wir die Politik. Die Hebelwirkung soll sich durch Regulierung, Ordnungsrecht und Steuerpolitik etablieren können. Wie auch das gute Beispiel von öffentlichen Institutionen und die finale Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung, des sogenannten „Green Public Procurement“.

Austausch mit Vertretern der EU-Kommission (Konferenz Rotterdam, 25.1.2016). Foto: RVO Netherlands

Aber Politikerinnen und Politiker können nur gute Entscheidungen treffen, wenn sie aus der nachhaltigen Wirtschaft direkt mit Informationen versorgt werden. Auch wenn multinationale Konzerne und Großunternehmen sehr mächtigen Einfluss besitzen, wir haben ein Ass im Ärmel: Unsere Unternehmen beweisen Nachhaltigkeitsexzellenz und zeigen auf, wie sich das im unternehmerischen Alltag umsetzen lässt. Das, was zählt, spricht für Authentizität und eine praktische Umsetzung zu Gunsten unserer Lebenswelt.

Zwischen Wirtschaft und Umwelt passt kein Oder

25-Jahr-Jubiläum. Foto: UnternehmensGrün/Sven Löffler

Aus Anlass des Gründungsjubiläums wird am 23. November 2017 in Berlin gefeiert! Muhterem Aras, die UnternehmensGrün-Vorständin und Präsidentin des Landtages Baden-Württemberg, eröffnet den Festakt, da die Wurzeln von UnternehmensGrün im Süden der Republik liegen. Der Verband wurde in Stuttgart gegründet. Prof. Dr. Klaus Töpfer wird die globale Perspektive einnehmen, warum nachhaltiges Wirtschaften so relevant ist. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die Keynote zu „Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil – 25 Jahre grüne Ideen und schwarze Zahlen”. Best-Practice-Beispiele steuern mitunter Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, und Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft Österreich, bei.

Wir freuen uns auf einen Abend mit unseren Mitgliedern, Kooperationspartnerinnen, Vertretern aus der Politik, vielen Gästen aus der Wirtschaft und dem europäischen Netzwerk. Für den richtigen Rhythmus sorgt das Rufus Temple Orchestra, eine exzellente Berliner Swing Band. Es gibt einen Mitmach-Zeitstrahl, versehen mit einer Fotoreise durch die Geschichte von UnternehmensGrün und jede Menge Zeit zum Austauschen und Netzwerken.

Das vollständige Programm ist hier zu finden