BlogVon Mai 2016 bis Juni 2019

Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit – ein Konzept für neues vernetztes Arbeiten und Plattform für den Food- und Nachhaltigkeits-Standort Köln

Co-Working, also gemeinsames und kollaboratives Arbeiten, wird in Europa immer beliebter. War in Deutschland zunächst Berlin der Vorreiter, finden sich heute auch in der Rheinmetropole Köln viele Konzepte gemeinsamen Arbeitens. Dabei ist Co-Working nicht gleich Co-Working: Manche Co-Workingspaces sind zugleich Cafés, andere konzentrieren sich auf Technologie-Startups oder Künstler*innen und auch die angebotenen Leistungen variieren. Warum aber ist diese Form des Arbeitens für so viele Menschen so interessant?

Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit – ein Konzept für neues vernetztes Arbeiten und Plattform für den Food- und Nachhaltigkeits-Standort Köln. Foto: Vera Drewke

Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit – ein Konzept für neues vernetztes Arbeiten und Plattform für den Food- und Nachhaltigkeits-Standort Köln. Foto: Vera Drewke

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und wird von verschiedenen Entwicklungen geprägt. So ist Arbeit, aufgrund der Digitalisierung und der Verschiebung hin zum Dienstleistungssektor, oftmals nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden. Somit besteht für die sogenannten „digitalen Nomaden“ nicht mehr die Notwendigkeit, täglich ihren (gegebenenfalls sogar nicht in Wohnortnähe ansässigen) Arbeitgeber aufzusuchen. Gleichzeitig gibt es Personen, die sich in die Selbstständigkeit wagen, aber dafür nur ein beschränktes Budget zur Verfügung haben.

Zu den Nutzer*innen von Co-Workingspaces gehören daher vor allem Startups, Freiberufler*innen, Selbstständige oder auch Studierende, die flexible Angebote buchen möchten und für die gegenseitige Unterstützung und Austausch im Fokus stehen. An gemeinsamem Arbeiten Interessierte können sich bei uns zwischen drei verschiedenen Optionen entscheiden: einem Flex-Desk, einem Fix-Desk oder Team-Büros. Bucht man einen Flex-Desk (tage- oder monatsweise) sucht man sich einen freien Platz in einem der Räume, wohingegen man bei einem Fix-Desk einen festen Tisch für längere Zeit mietet, den man dann exklusiv nutzt. Für viele kleine Unternehmen oder Nebenstandorte größerer Unternehmen sind Team-Büros interessant, in welchen ihre Mitarbeiter*innen einen ganzen Raum für sich haben.

Co-Workingspace mit Schwerpunkt Food & Nachhaltigkeit

Co-Working wird in Europa immer beliebter. Foto: Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit

Co-Working wird in Europa immer beliebter. Foto: Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit

Neben dem Netzwerk und den Arbeitsplätzen bieten die meisten Co-Workingspaces eine komplette Büro-Infrastruktur, wie Internet, Drucker, Besprechungsräume mit Beamer und auch Küchen mit Getränke-Flatrates. All das vereinen auch wir in unserem Co-Workingspace und rücken dabei bewusst die Themen Food und Nachhaltigkeit in den Vordergrund.

Warum? Ich war eines Tages für meine Kolleg*innen und mich auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz mit Branchenbezug in Köln. Es gibt hier inzwischen eine große Anzahl an Spaces zu den unterschiedlichsten Themenwelten oder einfach ohne thematischen Rahmen als Treffpunkt für jedermann, der unabhängig arbeiten möchte. Ich selbst komme aus der Bio-Lebensmittel-Branche und arbeite dort seit Jahren aktiv mit dem deutschen Lebensmittel-Einzelhandel und dem Bio-Fachhandel zusammen.

Da ich in der Domstadt kein Konzept fand, welches thematisch und räumlich zu unseren Aktivitäten passte, habe ich es mir kurzerhand zur Aufgabe gemacht, aufzuzeigen, dass gerade in Köln die Schwerpunkte Food und Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung sind: Hier sind die jahrelang etablierten Weltleitmessen im Lebensmittelbereich ANUGA und ISM ansässig und auch junge, neue Messekonzepte wie die veganfach finden in Köln statt. Darüber hinaus ist Köln die Heimat der Zentralen von REWE, Handelshof und Fairtrade.

Nachhaltigkeit wird vor allem im Kleinen stetig etabliert: So gibt es zahlreiche Initiativen des urbanen ökologischen Zusammenlebens, wie Unverpackt-Läden oder die vegane, Fair Trade- und Bio-Szene. Diese Alternativen haben besonders im Stadtteil Köln-Ehrenfeld ihren Platz gefunden – ebenso wie wir.

Was wollen wir mit dem Co-Workingspace erreichen?

In dem Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit arbeitet jeder nicht für sich alleine, sondern tauscht sich untereinander aus und teilt sein Know-how. Foto: Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit

In dem Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit arbeitet jeder nicht für sich alleine, sondern tauscht sich untereinander aus und teilt sein Know-how. Foto: Co-Working Forum Food & Nachhaltigkeit

Gemeinsam wollen wir mit unserer Community mehr ökologische Lebensmittel in den Alltag der Konsument*innen integrieren. Aufgrund dessen unterstütze ich unsere Co-Worker*innen mit meinem Know-how, biete ihnen Vernetzungsmöglichkeiten und eine Konferenzfläche, lerne gleichzeitig aber auch von ihnen und ihren Ideen. Dennoch sind wir noch lange nicht am Ziel.
Deswegen arbeiten wir nicht nur gemeinsam, sondern möchten dieser positiven Bewegung ein branchenübergreifendes Forum bieten. Der Wunsch nach nachhaltigen und ökologischen Produkten zieht sich durch alle Warengruppen, von fair gehandelter Kleidung über Möbel bis hin zu Kosmetika und Lebensmitteln.

Treffpunktcharakter beweist unser Co-Workingspace auch durch diverse Veranstaltungen, die hier regelmäßig stattfinden, wie Events, Tagungen oder Workshops. Dazu zählen beispielsweise die Talentschmiede der Awesome People Family, die Startup Werkstatt der Universität zu Köln, Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Food-Blogger-Stammtische, die internationalen Event-Reihen „Creative Mornings“ und „Startup Grind“ sowie die Female Future Force des Verlages EDITION F.

„Grün leben“ verstehe ich nicht als Trend, sondern vielmehr als zukunftsweisende Bewegung hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft, die wir hier gemeinsam stärken.